The Great Reality Check Teil 5: Akute Frakturen der Arme und Beine
Lesen Sie die Ergebnisse unserer neuen Anwenderstudien – aktuell und transparent!
Zweck:
Ziel der Studie war es, die Performance eines gängigen AI-Assistenten bei Frakturen der Arme und Beine prospektiv zu bestimmen, validiert mit den Akutbefunden von in der Traumaradiologie spezialisierten Radiologen sowie bildgebendem und klinischem Follow up.
Patienten, Material und Methoden:
Ende des Jahres 2025 wurden 140 Patienten (Alter: 18 bis 81 Jahre, Mittel: 42 Jahre, Standardabweichung: ± 20 Jahre), die mit dem Verdacht auf eine akute Fraktur der Arme oder Beine zur Befundung von Radiographien des peripheren Skeletts (58 Radiographien der Arme und 82 der Beine) an ERS Emergency Radiology Schueller, einem Anbieter teleradiologischer Dienste überwiesen worden waren, über zwölf aufeinanderfolgende Wochen randomisiert und prospektiv in die Studie aufgenommen. Die Radiographien dieser Patienten wurden mit dem AI-Assistenten BoneView (Gleamer, Saint-Mandé, Frankreich) ausgewertet. Die Radiologen beurteilten die Radiographien, ohne die AI-Ergebnisse im Vorfeld zu kennen, und verglichen die radiologischen Befunde in einem zweiten Schritt mit den AI-Ergebnissen. Als Goldstandard galten die radiologischen Befunde sowie das bildgebende und klinische Follow up. Bei Diskrepanzen zwischen den radiologischen Befunden und den AI-Ergebnissen wurden die Radiographien spätestens innerhalb von 30 Minuten einer Zweitbefundung unterzogen.
Ergebnisse:
Von 140 Patienten konnten 2 AI-Ergebnisse, jeweils eines der Arme und der Beine, nicht abgerufen werden. Für 138 Patienten diagnostizierten Radiologen und das klinische Follow 66 akute Frakturen (47 %), davon 18 Frakturen der Arme von 57 Patienten (31,5 %; gesamt 13 %) sowie 48 Frakturen der Beine (59,2 %; gesamt 34 %) von 81 Patienten. Die Ergebnisse des AI-Assistenten sind für Frakturen der Arme in Tabelle A und für Frakturen der Beine in Tabelle B aufgeführt. Tabelle C gibt das Gesamtergebnis an; richtig positive (TP), falsch positive (FP), falsch negative (FN) und richtig negative (TN) Ergebnisse in absoluten Zahlen; Sensitivität, Spezifität, positiver Vorhersagewert (PPV) und negativer Vorhersagewert (NPV) in Prozent.
Bei akuten Frakturen der Arme wurden 2 FP des proximalen Radius und des Scaphoids beobachtet (Alter 78 bzw. 65 Jahre). Es wurden 2 FN bei schmalen Aufhellungslinien der distalen Clavicula bzw. der posterioren Humeruskopfzirkumferenz beobachtet, welche im radiologischen und klinischen Follow up als Frakturen bestätigt wurden.
Bei akuten Frakturen der Beine wurden 4 FP des Schenkelhalses, des Trochanter major (Alter: 71 bzw. 80 Jahre), des lateralen Tibiaplateaus (Alter: 52 Jahre) und des Os naviculare (Alter: 76 Jahre) beobachtet. Dreizehn FN beinhalteten schmale Avulsionen des Talus (Alter: 49 bis 73 Jahre), unverschobene Weber A-Frakturen der distalen Fibula (Alter 28 bis 46 Jahre), eine minimale Fraktur des Os naviculare (Alter 25 Jahre) und eine schmale, subtrochantäre Avulsion des proximalen Femur (Alter: 79 Jahre).
Tabelle C gibt das Gesamtergebnis an.
Diskussion:
Der AI-Assistent erbrachte 15 FN (10,9 %) und 6 FP (4,3 %) von 138 mit einer deutlich besseren Performance für akute Frakturen der Arme (FN und FP jeweils 3,5 %) als für akute Frakturen der Beine (FN 16 %, FP 4,9 %). Daher wird das Gesamtergebnis etwas nach unten korrigiert. Insbesondere erwies sich der AI-Assistent als sicher in der Differentialdiagnose periartikulärer Verkalkungen und von Gelenkergüssen. Die meisten FP wurden bei Patienten mit vorbestehenden Arthrosen beobachtet. Dislozierte Frakturen waren an am Armen und Beinen durchgehend TP. Die Spezifität ist etwas geringer als jene Eindrücke, welche wir am 25.5.2023 auf dieser Plattform veröffentlichten. Die hohe Sensitivität ist vergleichbar (siehe https://www.radailogy.com/de/umfassende-ai-frakturdiagnostik-des-peripheren-skeletts/).
Zusammenfassend zeigt unsere Studie, dass der AI-Assistent bei akuten Frakturen des peripheren Skeletts, insbesondere der Arme, einen hohen Nutzen hat und dies insbesondere zur ersten Sichtung der Radiographien durch Unfallmediziner. Der AI-Assistent kann auch in der Teleradiologie, mit dem weiterhin notwendigen Doppelcheck durch erfahrene Traumaradiologen, erfolgreich eingesetzt werden.
Gerd Schueller und das Team von Radailogy

