The Great Reality Check: Urolithiasis

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The Great Reality Check Teil 3: Urolithiasis

Lesen Sie die Ergebnisse unserer neuen Anwenderstudien – aktuell und transparent!

Zweck:

Ziel der Studie war es, die Performance eines gängigen AI-Assistenten bei Urolithiasis prospektiv zu bestimmen, validiert mit den Akutbefunden von in der Notfallradiologie spezialisierten Radiologen sowie bildgebendem und klinischem Follow up.

Patienten, Material und Methoden:

Ende des Jahres 2025 wurden 104 Patienten (Alter: 18 bis 90 Jahre, Mittel: 44 Jahre, Standardabweichung: ± 19 Jahre), die mit dem Verdacht auf Urolithiasis zur CT des Abdomen an ERS Emergency Radiology Schueller, einem Anbieter teleradiologischer Dienste überwiesen worden waren, über sechs aufeinanderfolgende Wochen randomisiert und prospektiv in die Studie aufgenommen. Die CT-Untersuchungen dieser Patienten wurden von einem gängigen, käuflich erwerblichen AI-Assistenten (xAID, Dover, DE, USA) ausgewertet. Die Radiologen beurteilten die CT-Untersuchungen, ohne die AI-Ergebnisse im Vorfeld zu kennen, und verglichen die radiologischen Befunde in einem zweiten Schritt mit den AI-Ergebnissen. Als Goldstandard galten die radiologischen Befunde sowie das bildgebende und klinische Follow up. Bei Diskrepanzen zwischen den radiologischen Befunden und den AI-Ergebnissen wurden die CT-Untersuchungen spätestens innerhalb von 30 Minuten einer Zweitbefundung unterzogen.

Ergebnisse:

Von 104 Patienten konnten 19 AI-Ergebnisse nicht abgerufen werden. Für 85 Patienten diagnostizierten Radiologen und das klinische Follow up 46 Konkremente der Harn ableitenden Wege, welche im Konsens als die Ursache für die akuten Beschwerden betrachtet wurden (54,1 %). Der AI-Assistent lieferte 46 richtig positive (TP), 1 falsch positive (FP), 15 falsch negative (FN) und 23 richtig negative (TN) Befunde; Sensitivität 0,754; Spezifität 0,958; positiver Vorhersagewert (PPV) 0,979; negativer Vorhersagewert (NPV) 0,605. Bei dem einen FP wurde ein Blasenkatheter mit einem Konkrement verwechselt. Die Konkrementgrösse von 22 FN war bis 4,4 mm und in einem FN 7 mm. Die Lokalisation der FN entlang der Harn ableitenden Wege ergab keine Signifikanz.

Diskussion:

Der AI-Assistent erbrachte 15 FN von 85 (27%), was darauf schliessen lässt, dass der Hersteller FN, wohl in Kenntnis der herausfordernden Beschreibung von Kronkrementen gleich oder kleiner 4 mm, zugunsten der Spezifität in Kauf nimmt. Immerhin wurden häufig im kleinen Becken vorhandene Phlebolithen nicht fehlgedeutet und die FP-Rate kommt jenen Ergebnissen gleich, welche wir am 28.3.2025 auf dieser Plattform veröffentlichten (vergleiche https://www.radailogy.com/de/nierensteine-schnell-und-zuverlassig-erkennen/). Verglichen mit den Publikationen des Herstellers (siehe auch: De Perrot T et al., Eur Radiol 2019) weichen die weiteren statistischen Daten allerdings zu Ungunsten unserer aktuellen Studie ab. Unsere Studie zeigt, dass der AI-Assistent für Urolithiasis ab ca. 4,5 mm Steingrösse auch in der Teleradiologie, mit dem weiterhin notwendigen Doppelcheck durch erfahrene Emergency-Radiologen, erfolgreich eingesetzt werden kann.

Gerd Schueller und das Team von Radailogy

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